Der OGH präzisiert die Formerfordernisse beim fremdhändigen Testament

In der Entscheidung 2 Ob 4/21h vom 29.04.2021 präzisiert der Oberste Gerichtshof (neuerlich) die Formerfordernissen beim fremdhändigen Testament:

Das gilt auch dann, wenn der Erblasser zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zugegen war.

Bestanden für den Erblasser keine Bedenken, dass die Verbindung im unmittelbaren Anschluss erfolgen würde – und wurde dies dann auch tatsächlich umgesetzt – so würde ein Anwesenheitserfordernis des Erblassers bei der Verbindung jene Strenge, die nach dem Zweck der erbrechtlichen Formvorschriften erforderlich ist, überspannen, denn das Austauschen von Blättern ist in diesem Fall unabhängig von den sonstigen Umständen des Einzelfalles praktisch ausgeschlossen.

Die Formgültigkeit des Testaments ist unter den vorangeführten Voraussetzungen gegeben.

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