Wird das Schenken von Liegenschaften teurer?

Bei Schenkungen von Liegenschaften (sei es Eigentumswohnung, Einfamilienhaus etc.) im Familienkreis fällt derzeit Grunderwerbsteuer in Höhe von 2 % des – relativ günstigen – 3-fachen Einheitswertes an, unabhängig von Gegenleistungen.

 

Ab 2016 wird die Grunderwerbssteuer immer (auch im Familienkreis) vom – meist viel höheren – Grundstückswert berechnet. Entscheidend für die Höhe der Grunderwerbssteuer ist, ob ein entgeltlicher oder unentgeltlicher Erwerbsvorgang vorliegt. Für Schenkungen im Familienkreis gibt es insoweit eine Begünstigung, als diese immer als unentgeltlich gelten (auch dann, wenn Gegenleistungen wie ein Wohnrecht, Ausgedinge oder die Übernahme von Schulden vereinbart werden).

 

Bei unentgeltlichen Erwerbsvorgängen gilt folgender Stufentarif:

 

* Grundstückswert bis EUR 250.000,00:                                                         Steuersatz 0,5 %

* Grundstückswert zwischen EUR 250.001,00 bis EUR 400.000,00               Steuersatz 2,0 %

* Grundstückswert über EUR 400.000,00                                                       Steuersatz 3,5 %

 

In vielen Fällen (vor allem wenn der Grundstückswert über EUR 250.000,00 beträgt) wird die Steuerbelastung steigen.

 

Dazu ein Beispiel: Die Eltern besitzen ein Grundstück mit einer Fläche von 1.000 m², auf dem ein Einfamilienhaus errichtet ist. Sie möchten dieses Haus an ihr Kind übertragen.

 

Der Einheitswert des Hauses beträgt € 26.670,00. Der Grundstückswert beträgt € 400.000,00.

 

Bei Übertragung bis 31.12.2015 fallen als Grunderwerbsteuer 2% des dreifachen Einheitswertes von € 80.010,00 (3 x € 26.670,00) an, somit insgesamt € 1.600,20.

 

Bei Übertragung ab dem 01.01.2016 berechnet sich die Grunderwerbsteuer wie folgt:

0,5% von € 250.000,00 = € 1.250,00

2% von € 150.000,00 = € 3.000,00, ist gesamt € 4.250,00.

Möglicherweise ist es daher sinnvoll, eine geplante Übergabe noch 2015 durchzuführen. Dies ist im Einzelfall zu überprüfen.

 

Wir beraten Sie gerne!